Samstag, 25. Januar 2014

Griechisches Gas - USA vs. Russland

USA wollen Russland das Geschäft mit dem Griechischen Gas streitig machen

Dieser Konflikt, der zwar in der Regel abseits der öffentlichen Wahrnehmung, aber dennoch mit großer Intention betrieben wird, muss als Grundlage für die folgende Entwicklung benannt werden. In die Spannungen hinein bietet der griechische Premier Karamanlis plötzlich an, sich an der russischen Pipeline South Stream zu beteiligen. Binnen fünf Monaten reist Karamanlis zweimal zum (übrigens russisch-orthodoxen) russischen Präsidenten Putin nach Moskau. Er möchte erreichen, dass der Abzweig nach Italien über griechisches Gebiet führt. Vieles deutet darauf hin, dass es bei diesen Gesprächen auch um die Erschließung der griechischen Gasfelder ging. Hat Karamanlis den Russen (Gazprom) angeboten, ihnen die Förderkonzessionen zu günstigen Konditionen zu übertragen, wenn sie im Gegenzug South Stream über griechisches Territorium nach Italien führen? So könnte Griechenlands Gasbedarf über South Stream so lange gedeckt werden, bis die eigenen Quellen strömen, und Gazprom könnte in der Folgezeit Europa mit Gas versorgen, das es in Griechenland zutage fördert.

Der Beweis für diesen letzten Punkt steht aus. Dazu liegen mir keine belastbaren Quellen vor. Aber selbst ohne diesen Umstand wird Karamanlis durch die dokumentierte Unterstützung Moskaus im Pipeline-Konflikt spätestens ab 2008 zum Dorn im Auge der Amerikaner.

Was nun folgt, könnte aus einem Roman von John Grisham stammen. Dirk Müllers Informationen nach hatte er zuerst durch Gespräche mit "in der Regel gut informierten Kreisen" gewonnen, 2011 hat auch die griechische Wochenzeitung "Epikaira" ausführlich darüber berichtet. Die Geschichte klingt im ersten Moment so abenteuerlich, dass man sie nicht glauben möchte. Doch lesen Sie selbst, und bilden Sie sich am Ende Ihr eigenes Urteil. Bezeichnend ist, dass man zu dem Thema ausgesprochen lange recherchieren muss, bevor man eine verlässliche Quelle findet. Neben seinen direkten Kontakten gab es vereinzelt entsprechende belastbare Quellen bei Reuters, AP und dem britischen "Guardian".


Konstantinos Alexandrou Karamanlis (griechisch Κωνσταντίνος Αλεξάνδρου Καραμανλής, in der allgemein gebräuchlichen KurzformKostas; * 14. September 1956 in Athen) ist ein griechischer Politiker. Er war von März 2004 bis Oktober 2009 MinisterpräsidentGriechenlands. Von 1997 bis Oktober 2009 war er Vorsitzender der Partei Nea Dimokratia.
Im Frühsommer 2008 wurden "Spezialisten" eines westlichen Geheimdienstes nach Griechenland eingeschleust, um sich der Probleme mit Kostas Karamanlis anzunehmen. Die Aktion lief unter dem Codenamen "Pythia 1". Dazu wurden zunächst mit Hilfe von knapp zwanzig griechischen "Kollegen" die Lebensumstände und Gewohnheiten von Karamanlis beobachtet. Man ist jederzeit bereit, in Aktion zu treten und, sollte es keinen anderen Weg mehr geben, das "Problem Karamanlis" final zu lösen. Als Täter hätte man sehr schnell kommunistische Kreise der griechischen Linken definiert. Ein Spiel, das man in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder gerne gespielt hat. (Das Thema "Gladio" sei hier schon mal erwähnt, wir kommen später noch detaillierter darauf zurück.)


Federal'naya
sluzhba bezopasnosti
 Rossiyskoy Federatsii (FSB)

Bundesagentur für Sicherheit
Januar, Februar 2009 wird der griechische Geheimdienst (EYP) durch den russischen Geheimdienst FSB gewarnt. Dort hatte man Informationen erlangt, es gebe Anschlagsplanungen gegen Karamanlis seitens eines westlichen Geheimdienstes mit dem Ziel, die aktuelle griechische Energiepolitik zu beenden. Der griechische Geheimdienst wiederum informierte Karamanlis mit dem Dokument "Sonderbericht No. 219/5 Februar 2009". 2008 befand sich der FSB in Griechenland, um im Vorfeld geplanter Gespräche zwischen Karamanlis, Putin und dem bulgarischen Staatspräsidenten Georgi Parwanow Abhörversuche anderer Geheimdienste zu verhindern. Im Rahmen dieser Umfeldüberwachungen wurde man auf die Ausspähtätigkeiten des westlichen Geheimdienstes aufmerksam. Mindestens einmal kam es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Geheimdienste. Vier FSB-Agenten trafen bei der Kontrolle eines verdächtigen Fahrzeugs auf zwei griechisch sprechende Männer, die nach kurzer Auseinandersetzung mit einem bereitstehenden gelben Geländemotorrad ohne Kennzeichen flüchteten. Im zurückgelassenen Fahrzeug fanden die FSB-Leute detaillierte Karten mit Aufzeichnungen der Fahrtstrecken Karamanlis, der Anzahl seiner Leibwächter und Detailbeschreibungen der Begleitfahrzeuge. Des Weiteren Nachtsichtgeräte, Tarnmaterial, Polizeifunkscanner, C4-Sprengstoff sowie russische Kalaschnikow-Sturmgewehre und Tokarew-Pistolen.

Im griechischen Geheimdienstbericht heißt es weiter, die Anschlagsplannungen seien Teil einer größeren Aktion zur Destabilisierung Griechenlands gewesen. Dazu gehörten der Skandal um den Klostersee Vatopedi (dazu gleich mehr), die Destablilisierung der Wirtschaft durch verschiedene Maßnahmen, die Entführung von Geschäftsleuten (und in der Tat gab es Entführungen dieser Art 2008 und 2009) und die Erzeugung sozialer Instabilität durch Unruhen und Anschläge. Alle diese Aktionen zur Destabilisierung Griechenlands fanden 2008 statt. Karamanlis wurde im Februar 2009 durch den EYP über die zunächst zufälligen Erkenntnisse des FSB informiert. In jenem Bericht gab der EYP aber auch zu bedenken, dass diese Informationen ausschließlich von russischer Seite kämen, deren Wahrheitsgehalt also ungewiss sei. Denn auch hierbei könnte es sich um gezielte Fehlinformationen handeln, mit denen der FSB ein gewisses Ziel erreichen möchte. Die russische Seite sagte aus, ihre Analysen hätten ergeben, dass die zu dieser Zeit in Griechenland aktiven "Terroristen" bestens organisiert seien, über eine gute Waffenausbildung verfügten und stets einen guten Fluchtplan parat hätten. Sie schließen daraus, dass es sich hier um "professionelle" Aufrührer mit militärischem Hintergrund handele.


Der Ethniki Ypiresia Pliroforion (EYP) (griechisch: Εθνική Υπηρεσία Πληροφοριών (ΕΥΠ) Nationaler Nachrichtendienst; englisch: National Intelligence Service (NIS)) ist der zivile Geheimdienst Griechenlands.
Der Auftrag des EYP ist die Wahrung der nationalen Sicherheit. Dazu sammelt, analysiert und verbreitet er politische, wirtschaftliche und militärische Informationen aus dem In- und Ausland. Ebenso ist er in der Spionageabwehr und Kommunikationssicherung tätig.
Der Nationale Nachrichtendienst untersteht dem Ministerium für Bürgerschutz, das den Direktor des EYP ernennen und entlassen darf. Das Personal besteht aus zivilen Angestellten, wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie Offizieren der Streitkräfte und der Polizei.
Der EYP wurde 1953 als Central Intelligence Service (Kentrikí Ypiresía Pliroforión, KYP - Zentraler Nachrichtendienst) nach amerikanischem Vorbild gegründet und in der Gründungsphase stark von der CIA unterstützt. 1986 wurde der Dienst dann in National Intelligence Service (NIS) (Ethnikí Ypiresía Pliroforión, EYP - Nationaler Nachrichtendienst) umbenannt.
Ferner gibt es die Diakladiki Dievthynsi Stratiotikon Pliroforion (DDPS) (engl. Joint Directorate of Military Intelligence) der griechischen Streitkräfte, die der griechische militärische Geheimdienst ist.
Kostas Karamanlis wurde zunehmend nervös, und schließlich bereitete man ihn durch einen Mittelsmann auf sein politisches ableben vor. Letztendlich blieb ihm wohl nur die Wahl, ob es beim politischen Ableben bleiben sollte oder ob er nicht nur die Bühne der Politik, sondern gleich die Bühne des Lebens verlassen würde. Auch Drohungen gegen seine Familie sollen hier eine Rolle gespielt haben. Karamanlis entschied sich für die erste Variante. Die "Spezialisten" konnten in Wartestellung gehen, und ein Possenspiel begann, das dazu diente, den Abtritt Karamanlis glaubwürdig und unverdächtig erscheinen zu lassen.

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