Samstag, 25. Januar 2014

Bilderberger - Die unbekannte Größe

Das Bilderberger Treffen im Brookstreet-Hotel 2006


Die Szenerie weckte unweigerlich Assoziationen zu einem Staatsbegräbnis. Als die ersten schwarzen Limousinen langsam aus der Ferne auftauchten und feierlich vor dem mächtigen, düsteren Hotelgebäude zum Stillstand kamen, warteten großteils schwarz gekleidete Personen mit ernster Miene auf deren Ankunft. Vielleicht verstärkte der anhaltende Regen die beinahe desolate Stimmung. Doch mischte sich zudem eine ungewöhnliche Spannung in die gedämpfte Atmosphäre. Der Himmel schüttete sich weiterhin aus, schwere Tropfen prasselten hart auf die triefenden Schirme der Umherstehenden und zerplatzten wie winzige glitzernde Leuchtsterne.

Manche der Anwesenden hatten bereits Stunden ausgeharrt, um die Ankunft der neuen Hotelgäste nicht zu versäumen. Wenn auch niemand wusste, was eigentlich in den kommenden drei Tagen im Brookstreet Hotel nahe Ottawa, Kanada, vor sich gehen würde, war doch jedem klar, hier Zeuge eines weiteren jener ominösen Bilderberger-Treffen zu sein, die fast ohne Ausnahme jährlich einmal an verschiedensten orten der westlichen Welt stattfinden. Unter höchster Geheimhaltung treffen sich hier Führungskräfte, und in der Regel entstammen sie allesamt Top-Etagen von Politik und Finanz, sind Staatschefs, gekrönte Häupter, Pressezaren und Medientycoone. Es sind Menschen an den Schaltstellen der macht und des Weltgeschehens, Menschen, die vermittels ihres Ranges und ihrer Position in der Lage sind, weltwirtschaftliche sowie politische Entwicklungen maßgeblich zu lenken oder auch gesellschaftliche Werte und Meinungen wesentlich zu beeinflussen.

Über das Brookstreet Hotel zogen schwere, dunkle Wolken hinweg, und dem einen oder anderen könnte dies wohl fast wie ein böses Omen erschienen sein! Was würden die insgesamt über hundertzwanzig Teilnehmer jener Geheimkonferenz besprechen, welche folgenschweren Entschlüsse über unser aller Zukunft würden hier in diesen wenigen Tagen gefällt werden? Und wer alles würde überhaupt anwesend sein?

Schon am Flughafen war von den eher lichtscheuen Berühmtheiten wenig zu sehen. Sie reisten in weitgehender Annonymität an. Einige Beobachter erkannten dort jedoch zumindest den altehrwüdigen Dauer-Bilderberger Henry Kissinger, das Finanzmonument David Rockefeller und Königin Beatrix der Niederlande, eine der reichsten Frauen der Welt, wenn nicht sogar die Reichste.

Die Fahrer der schwarzen Noellimousinen erwarteten die elitären Gäste mit dezenten Schildern, auf denen lediglich der Buchstabe "B" aufgedruckt war, genau wie auf den Gepäckanhängern der Konferenzteilnehmer. Wer nicht ohnehin mit dem Privatjet angereist war und direkt am Shell Aerocentre unweit der Hauptterminals abgeholt wurde, gelangte dennoch zügig in eines der schwarzen Fahrzeuge, deren stark getönte Scheiben sehr bald Schutz vor neugierigen Blicken boten. ebenso zügig ging es auch am Brookstreet-Hotel selbst zu. Nur die "B"-Limousinen und hauseigene Vans durften überhaupt noch vorfahren. Der gesamte Hotelparkplatz war bereits vollständig geräumt worden. Wer sein Privatfahrzeug hier noch abgestellt hatte, durfte mit huntertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, eine Rechnung vom Abschleppdienst präsentiert zu bekommen.

Einer der erlesenen Teilnehmer schien besonders darauf bedacht, möglichst inkognito in das moderne Nobelhotel zu gelangen: Als seine Limousine eintraf, harrte der Fondgast in geduckter Haltung so lange aus, bis sichergestellt war, dass sich niemand in der Sichtlinie befand. Für eine Persönlichkeit, die fraglos den höchsten Kreisen angehört, fast schon wieder ein würdeloses Versteckspiel. Wer musste hier durch Unsichtbarkeit sein Gesicht zu wahren versuchen?

Schnell fuhr die nächste Limousine vor, und wieder beeilte man sich, der Anonymität zu genügen. So nahm das Brookstreet-Hotel einen schattenhaften Gast nach dem anderen auf, während die Silhouette des 19-stöckigen Gebäudes totenstill, fast trotzig in den verhangenen Himmel ragte, geradezu, als ob sich seine massive Betonkonstruktion selbst zum absoluten Schweigen verpflichtet hätte.

Für dich nächsten Tage sollte die moderne Nobelherbgerge zu einem Safe werden, der einige der mächtigsten unserer Erde barg. Um auch wirklich "safe" genug zu sein, waren im Vorfeld der Konferenz verschiedenste Vorkehrungen getroffen worden, die nicht nur die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten, sondern auch genügend Absicherung vor unerwünschten Informationsfluss schaffen sollten.


Der Mann ohne Security-Pass

Adresse: 9 Ct Capella Nr. 200, Ottawa, 
ON K2E 8A7, Kanada
Telefon: +1 613-228-2813
Die wenigen Zaungäste an der Hotelzufahrt sollten wohl noch das geringere Problem darstellen. Das gemischte Publikum bestand zum Teil aus einigen Neugierigen, die aus der Umgebung gekommen waren, um manche der Berühmtheiten mit eigenen Augen zu sehen. Einige andere aber kamen von weit her, weil sie als Journalisten die jährlichen Konferenzen schon lange verfolgen oder ihren Protest gegen jene geheimen Tagungen der herrschenden Klasse zum Ausdruck bringen wollten. Manche äußerten sich sich lautstark, andere hoben schweigend Transparente empor. Selbst am Abreisedatum der Bilderberger, als die Konferenz bereits etwas Publicity erlangt hatte, waren kaum Schaulustige anwesend; und nun, zu Beginn des von den Medien völlig unberührten Ereignisses, ließen sie sich erst recht gut überblicken und kontrollieren.


Viel eher mochten sich andere Elemente in das Hotel einschleusen oder bereits eingeschleust haben, die den Ausnahmegästen zur Bedrohung hätten werden können. Bereits im Vorfeld wurde das Personal abgeklopft und das gesamte Hotel in einen erhöhten Sicherheitsstatus versetzt. Nun waren überall Security-Leute diverser Spezialfirmen postiert. Hier kam niemand mehr vorbei, der keine entsprechende Befugnis vorweisen konnte. Ein Journalist versuchte sich als harmloser Hotelgast auszugeben und machte vorher noch einen kleinen, unverdächtigen Spaziergang unweit des Hotels. Er marschierte am Parkplatz des direkt benachbarten Lockheed-Flugzeugkonzerns vorbei, um nahe dem Golfplatz wieder zum Hotel zurückzukehren. An einer Barrikade begegnete er schließlich dem ersten Security-Mann, der in seinem schwarzen Anzug schon wieder deutlich an einen Bestattungsunternehmer erinnerte.


http://www.ironhorsesecurity.com/
Er wohne im Hotel und müsse nun unbedingt hinein, erklärte der Reporter unschuldig. Der dunkel gekleidete Bewacher erkundigte sich daraufhin nur kurz und bündig nach dem Security-Paß. "Wozu ist denn plötzlich ein Ausweis nötig? Was wird hier eigentlich gespielt?", forschte der Spaziergänger. er sei ein einfacher Hotelgast und wolle gerne auf sein Zimmer. Mehr auch nicht. Der Security-Mann erläuterte ihm, dass jeder Hotelgast seinen eigenen Pass erhalten habe und nicht einmal die Polizei ohne dieses Dokument an ihm vorbeikäme. "Dann hat man wohl versäumt, mir den Pass zu geben", versetzte der vermeintliche Gast und beeilte sich hinzuzufügen: "Sie sind vom Hotel?" - "Nein. Iron Horse Securtiy", war die prompte Antwort, wobei der Sicherheitsbeamte auf seine ID-Karte deutete.

Näheres über dieses Bilderberg-Treffen erfahren sie in folgender Dokumentation:



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