Sonntag, 27. Oktober 2013

Bilderberger - Der unsichtbare Mechanismus

Geheime Entscheidungen

Bilderberger! Selbst nach mittlerweile über einem halben Jahrhundert wissen überraschend wenige, sonst politisch hervorragend informierte Zeitgenossen von deren Existenz oder aber halten sie für das Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern. Nur, wer sich diesbezüglich eingehender mit einer Auswahl alternativer, jedoch durchaus ernsthafter Literatur zur Machtkonstellation unserer Welt auseinandergesetzt hat, wird anderer Meinung sein. Für den einen oder anderen steht der Name "Bilderberger" geradezu für einen Club der Weltverschwörer, dessen Taufpate das niederländische Hotel de Bilderberg war, der Ort des ersten verdeckten Treffens. Keine Tagung, die einer höhereren Geheimhaltung unterliegen würde. Vorab wird nicht bekanntgegeben, wo die nächste Konferenz stattfindet.


Um das Gesicht zumindest dem Schein nach zu wahren, veröffentlichen die Bilderberger eine kurze offizielle Pressemitteilung inklusive beeindruckender Teilnehmerliste, allerdings erst nach der Konferenz. natürlich eine Schutzmaßnahme, ebenso wie die allererste schnelle Erklärung gegenüber anderen Hotelgästen, dass über die betreffenden Tage "vier große Hochzeiten" im Westfields Marriott gefeiert würden, weshalb das Hotel komplett ausgebucht sei. Zumindest in dieser Hinsicht hält sich bald darauf der Bilderberger-Pressetext an die Wahrheit; was soll es auch, die geheime Show ist ohnehin bereits gelaufen! Wer jetzt kommt, findet ein ganz "gewöhnliches" Nobelhotel vor, mehr auch nicht. Im Falle der Konferenz 2002 gestaltete sich das Timing konkret derlei, dass bereits am 31. Mai, also während der Geheimgespräche, ein dem üblichen Embargo von einer Woche erst am 7. Juni zirkulierte.

Die Pressemeldung gibt einen sehr kursorischen Überblick zum Themenkanon des Bilderberger-Meetings. Zu erfahren ist hier lediglich: "Das 50te Bilderberger-Treffen wird in Chantilly, Virginia, USA, vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2002 abgehalten. Unter anderem wird die Konferenz den Terrorismus diskutieren sowie Handel, Wiederaufbau nach Krisen, den Mittleren Osten, Bürgerrechte, die US-Außenpolitik, die Extreme Rechte, Weltwirtschaft und Unternehmensführung."

Wohl um sein verspätetes Erscheinen zu vernebeln, ist der Text im Futur abgefasst. Die verbleibenden Erläuterungen der kurzen Meldung beziehen sich dann ohnehin nur noch auf sehr allgemeine Inhalte.

Ganz wenige Journalisten bringen bereits im Voraus in Erfahrung, wann und wo genau das nächste Bilderberger-Treffen ansteht. Einer von ihnen ist Jim Tucker von der Washington Free Press, der über eine dem zentralen Steuerungskomitee der Bilderberger nahestehenden Quelle an wertvolle Informationen gelangte. Diese Quelle ließ Hinweise nach außen dringen, da sie über einige Motivationen des hochelitären Geheimtreffs offenbar äußerst besorgt zu sein scheint. Auf diese Weise kamen interessante, weil konkretere Fakten über die Meetings ans Licht, auch über das Treffen in Chantilly.

Wie sich herausstellte, hatte man "Irak unter Saddam Hussein" als Schwerpunktthema auserkoren und mit der Frage verknüpft, "wie man den zögerlichen Westen überzeugen könne, eines der schwächsten Länder der Welt erneut anzugreifen" - den Irak.



Hinrichtung von Saddam Hussein

Kurz nach dem Treffen im Westfields Marriott wandelte sich dann das Bild in der im letzten Artikel zu diesem Thema geschilderten Weise. Die Tage der geheimen Konferenz waren beendet und die nächsten Schritte besprochen. Auch wenn auf den Bilderberger-Konferenzen angeblich keine politischen Entscheidungen gefällt werden, zeitigen sie doch meist sehr baldige Konsequenzen mit deutlichen politischen Weichenstellungen. Bin Laden war erst einmal vom Tisch; ins Visier geriet mit allem Nachdruck Saddam Hussein - nicht zuletzt zur Kontrolle der Ölreserven im Mittleren Osten.

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