Mittwoch, 18. September 2013

Wie entsteht Geld?

"Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh."

Henry Ford, Gründer von Ford


Geld wird aus dem "Nichts" erschaffen, und zwar von zwei unterschiedlichen Parteien: den Notenbanken und den Geschäftsbanken. Geld entsteht ausschließlich dadurch, dass diese zwei Parteien es verleihen.


a) Notenbanken: In Europa wird Geld beispielsweise von der Europäischen Zentralbank (EZB) erschaffen. Die EZB hat das Monopol zur Schaffung von Geld aus dem "Nichts" und entscheidet alleine darüber, wie viel "neues" Geld sie erschafft. Grenzen für die Ausweitung der sogenannten Geldmenge bestehen nicht.

Wem gehört eigentlich die europäische Notenbank mit dem Namen Europäische Zentralbank (EZB)?

Die EZB gehört den nationalen Zentralbanken. Sie sind alleinige Zeichner und Inhaber des Kapitals der EZB. Somit gehören 18,93 Prozent der EZB der Deutschen Bundesbank.

Wem aber gehört die deutsche Zentralbank mit dem Namen Bundesbank?

Laut Gesetz über die Deutsche Bundesban ist sie eine bundesunmittelbare juristische Person des öffentlichen Rechts. Ihr Grundkapital von 2,5 Milliarden Euro steht dem Bund zu. Die Beamten der Deutschen Bundesbank sind Bundesbeamte. Der Vorstand mit der Zentrale am Sitz der Bank in Frankfurt am Main hat die Stellung einer obersten Bundesbehörde. Aus alldem lässt sich schlussfolgern, dass die Deutsche Bundesbank dem Staat gehören muss. Eine Bundesbehörde kann nichts Privatrechtliches sein, und Beamte sind ausschließlich in Staatsbetrieben zu finden.
Bei der US-Notenbank FED stellt sich die Eigentümerstruktur etwas anders dar. Hierzu mehr in einem anderen Artikel.

Wie kann sich eine Geschäftsbank Liquidität bei der Zentralbank beschaffen?

Die Zentralbank gewährt der Geschäftsbank einen Kredit - dadurch schöpft sie Zentralbankgeld:

Die Zentralbank verbucht den gewährten Kredit auf der Aktivseite ihrer Bilanz. Das Guthaben, das sie der Geschäftsbank in entsprechender Höhe gewährt, verbucht sie auf der Passivseite. Spiegelbildlich hat die Geschäftsbank auf der Aktivseite ihrer Bilanz nun ein Guthaben in Zentralbank, auf der Passivseite eine Kreditverbindlichkeit. Auch die Geschäftsbank muss für den ihr gewährten Kredit einen Zins zahlen; er trägt zu einem etwaigen Gewinn der Zentralbank bei, der wiederum dem Staatshaushalt und damit den Bürgern zufließt. Zentralbankgeld wird auch geschaffen, wenn die Zentralbank einer Geschäftsbank etwas abkauft, zum Beispiel Gold oder fremde Währungen; die Geschäftsbank erhält dann den vereinbarten Betrag auf ihrem Konto bei der Zentralbank gutgeschrieben.

Technisch wird die Kreditgewährung der Zentralbank an die Geschäftsbanken hauptsächlich über wöchentliche Refinanzierungsgeschäfte abgewickelt. Dabei beiten die Geschäftsbanken in einer Auktion mit verdeckten Offerten um Zentralbankgeld; diejenigen Gebote mit den höchsten Zinsen werden als Erste bedient. Die Geschäftsbanken müssen die gewährten Kredite durch Hinterlegung von Wertpapieren besichern.

Hier stellt sich jedoch die Frage: Was sind eigentlich Wertpapiere? Sind es beispielsweise "sichere" Wertpapiere wie deutsche Staatsanleihen oder handelt es sich dabei um "Schrott" wie bei den griechischen oder portugiesischen Staatsanleihen?

Die Zentralbank entscheidet, wie viel Liquidität sie insgesamt zuteilt. Die Höhe dieser Zuteilung richtet sich zum einen nach dem Liquiditätsbedarf, der sich aus dem Gesamtsoll der Mindestreserve ergibt, zum anderen nach dem Bargeldbedarf und einigen weiteren Faktoren. Haben die Geschäftsbanken Liquidität ersteigert und als Guthaben auf ihrem Konto gutgeschrieben bekommen, können sie sich dieses in Bargeld auszahlen lassen und anschließend über ihre Filialen an ihre Kunden auszahlen. So kommt das Bargeld in Umlauf. Nur die Zentralbank darf die Banknoten drucken lassen und ausgeben.

b) Von den Geschäftsbanken und Sparkassen wird ebenfalls Geld erschaffen.

Jahwohl, Sie haben richtig gehört. Banken können selber Geld schöpfen - das sogenannte Buchgeld.

"Synonym für Giralgeld, Depositengeld, Bankengeld. Das Buchgeld stellt das Guthaben von Kunden auf Girokonten bei einem Kreitinstitut dar, über das jederzeit uneingeschränkt verfügt werden kann. Mit dem Buchgeld erhalten die Kreditinstitute die Möglichkeit, Geldschöpfung durch Kreditgewährung zu betreiben."


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