Freitag, 20. September 2013

Die Geldschöpfung der Geschäftsbanken

Kein Eigenkapital bei Staatsanleihen

Keinerlei Eigenkapital müssen Banken für Staatsanleihen selbst maroder Staaten hinterlegen, da diese bisher als sicher gelten, da Staaten nicht pleite gehen können. In der Verordnung über die angemessene Eigenmittelausstattung von Banken heißt es: "Wird ihre Erfüllung (also Rückzahlung)... von der Bundesrepublik Deutschland ... oder ... einer Zentralregierung ... eines anderen Staates des Europäischen Wirtschaftsraums geschuldet, ... darf ein ...  Risikogewicht von 0 Prozent verwendet werden." Folglich verleihen Banken gewiss lieber ihr Geld an Staaten als an Bürger oder Unternehmen.


Prof. Max Otte bringt es folgerndermaßen auf den Punkt: "Das Regelwerk ist tatsächlich mitterweile so, dass spekulative Akteure und das Kapitalmarktgeschäft gegenüber dem wertschöpfenden Kreditgeschäft bevorteilt wird. Das heißt, dass wir in der Tat leistungsfreie Einkommen und die Finanzoligarchie belohnen und die Mittelständler und die Wertschöpfenden bestrafen."

Eigenhandel - zocken mit fremden Geld auf eigene Rechnung

Eigenhandel wird bei Kreditinstituten der Handel mit Finanzinstrumenten (Geld, Wertpapiere, Devisen, Sorten, Edelmetalle oder Derivate) genannt, der im eigenen Namen und auf eigene Rechnung erfolgt und nicht unmittelbar durch Kundengeschäfte ausgelöst wird.

Angenommen, eine Bank handelt auf eigene Rechnung und verspekuliert sich mit Finanzprodukten. Verlieren diese Finanzprodukte massiv an Wert oder werden komplett wertlos, steht die Bank vor einem gewaltigen Problem, denn in diesem Fall kann sie nichts oder fast nichts pfänden, da oftmals keine oder nur minimale Sicherheiten bestehen. Jeder Einzahler hat jedoch immer noch ein Anrecht auf sein eingezahltes Geld plus Zinsen.

Dummerweisen haben zahllose Banken während der "Finanzkrise 1.0" (2007 ausgelöst durch die Immobilienkrise und Subprime-Kredite sowie die Pleite von Lehman Brothers 2008 resultierend in der weltweiten Rezession 2009) nicht nur ihre Kundeneinlagen verspekuliert.


Demonstrant vor der Lehman-Brothes Filiale in Chicago
Nein, sie haben weitere Kreditmärkte angezapft und sich im Interbankenhandel Geld besorgt, d. h. von anderen Banken geliehen. Einige ganz Wahnsinnige haben sogar lang laufende Hypothekenkredite kurzfristig refinanziert - eine absolute Todsünde im Bankgeschäft. Denn der Grundsatz der Fristengleichheit zwischen Forderungen und Verbindlichkeiten wurde schlichtweg ignoriert. Aus diesem Grund wurden global sogenannte Bankenrettungspakte von diversen Regierungen geschnürt, damit der Sparer nicht um sein Erspartes gebracht wird. Somit bezahlt der Sparer und Steuerzahler zum zweiten Mal für sein bei der Bank angelegtes und bereits versteuertes Kapital. Wie verrückt sind wir eigentlich?

Haben Banken die Lizenz zum legalen Betrug?

Aus der Kreditvergabepraxis der Geschäftsbanken ergibt sich, dass nur ein Bruchteil der Buchgeldmenge als Bargeld zum Auszahlen existiert. Die Geschäftsbanken versuchen jedoch den Eindruck zu erwecken, dass jeder Kunde jederzeit sein Geld abheben könnte.

Die Auszahlung allen Buchgeldes (aller Kontostände) ist unmöglich, weil so viel Bargeld schlicht und einfach nicht existiert! Jetzt wissen Sie auch, warum alle Banken den bargeldlosen Zahlungsverkehr predigen und Bargeld verteufeln.

Kontostände sind nichts anderes als Zahlungsversprechen, von denen bereits im Voraus feststeht, dass sie nicht eingehalten werden können. vom praktischen Standpunkt her gesehen könnte man es als ungedeckten (bzw. kaum gedeckten) Scheck sehen. Wenn Sie als Privatperson einen ungedeckten Scheck ausstellen, dann fällt das unter (schweren) Betrug. Banken machen das mit jeder Kreditgewährung. Banken haben somit anscheinend das Recht zum schweren Betrug ohne Rechtsfolgen. Prof. Franz Hörmann von der Wirtschaftsuniversität Wien drückt es so aus: 

"Es gibt ein systematisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird."


Prof. Franz Hörmann, Wirtschaftsuniversität Wien
Sie denken jetzt, dass nur Banken in Deutschland dieses "Privileg" haben. Dies ist jedoch nicht der Fall. In manchen Ländern liegt das vorgeschriebene Verhältnis von Schuldgeld zu Bargeld wesentlich niedriger und somit können diese Banken noch mehr Geld selbst erschaffen. Banken ist es also möglich, in unserer globalisierten Welt im Prinzip völlig legal so viel Geld künstlich zu erschaffen, wie wir uns leihen können.

Geld wird den Geschäftsbanken von den Notenbanken zu einem bestimmten Zinssatz zur Verfügung gestellt. Indem Geschäftsbanken Kredite vergeben, erschaffen sie zusätzliches Geld aus dem "Nichts". All dieses Geld "verleihen" sie dann an den Staat, den Unternehmen und uns Bürgern.

Jawohl, Sie haben richtig gehört. Die Geschäftsbanken verleihen uns allen, inklusive dem Staat, der wir ja auch sind, das von ihnen größtenteils selbst erschaffene Geld.

Prof. Franz Hörmann bringt es auf den Punkt: 

"Wenn man Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weitergibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schiefgeht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. DAs ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alels in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind."



Aus diesen Gründen sollte das Hoheitsrecht zur Geldschöpfung (möglichst gedecktes Geld) meiner Ansicht nach in Staatshand liegen.


"Wir erleben die Demaskierung eines Geldsystems, das den Pfad der Tugend längst verlassen hat. Geld sollte Spiegelbild des realen Lebens sein, es soll den Austausch von Waren oder die Wertaufbewahrung erleichtern. Ich fürchte, wir sind in eine Situation hineingeraten, in der Geld nur noch eine verselbständigte Enität ist, losgelöst von den realen Gegebenheiten."

Konrad Hummler, Chef der ältesten Schweizer Privatbank



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